Film zum Schüleraustausch zwischen Gießen und Netanya

Beim Schüleraustausch zwischen der Gießener Ricarda-Huch-Schule und der Eldad High School in Netanya geht es um Annäherung und gegenseitiges Verständnis. Das kommt auch in einem besonderen Filmprojekt zum Ausdruck.

Bild und Text: Barbara Czernek; Gießener Anzeiger
Bildunterschrift: Mit der öffentlichen Filmvorführung wird all jenen gedankt, die im Hintergrund an der Realisierung des Projekts mitgewirkt haben.

GIESSEN – GießenDer Schüleraustausch zwischen der Ricarda-Huch-Schule und der Eldad High School in Netanya ist etwas Besonderes: Es geht um Annäherung und um gegenseitiges Verständnis auf der Grundlage der gemeinsamen Geschichte. Die Idee dazu brachte Sebastian Popovic 2009 mit, als er als Lehrer an die Schule kam. Von 2011 bis 2019 fand der Austausch regelmäßig zwischen beiden Schulen statt. 2019 begleitete der Foto- und Videograf Marco Jandrasits, selbst Ehemaliger der Schule, die 17-köpfige Gruppe in die Partnerstadt Gießens, um die Begegnung zu dokumentieren. Damals war es nicht abzusehen, dass diese Austauschgruppe für einige Jahre die letzte gewesen war, sodass dem Film und dem pädagogischen Anspruch, der dahinter steht, eine besondere Bedeutung beigemessen werden kann.Nun wurde die Dokumentation im Kinocenter einem breiten Publikum vorgestellt: All jenen, die stetig an der Verwirklichung dieses Austauschprojekts beteiligt sind. Um dies jedes Mal auf die Beine zu stellen, sind etliche Institutionen, Vereine und Privatpersonen involviert. Ihnen galten der Dank und die Anerkennung seitens der Schule. Der Film beinhaltet dann auch mehr als die Dokumentation dieser einen Reise. Er erzählt die Hinter- und Beweggründe des Projekts und von der Unterstützung, die Popovic und das Vorbereitungsteam erfahren haben.

So sagte der ehemalige Leiter der „Ricarda“, Werner Nissel, dass dies das herausragendste Projekt der Schule während seiner Zeit gewesen sei. Die 14 Schüler lernten auf ihrer zehntägigen Reise das Land nicht nur durch den touristischen Blickwinkel kennen, sondern auch dessen soziales und gesellschaftliches Gefüge. Durch Themenworkshops, die für die gesamte deutsch-israelische Gruppe ausgerichtet wurden, konnten sie Erfahrungen direkt miteinander austauschen und feststellen, dass man sich in vielerlei Hinsicht nur wenig unterscheidet. Es wurden Freundschaften geknüpft, die noch Jahre weiter Bestand haben. So stellten die Deutschen übereinstimmend und sehr erfreut fest, dass man überall herzlich mit offenen Armen empfangen wurde – ohne negative Bemerkungen über die deutsche Vergangenheit. „Die gemeinsame Vergangenheit und die gemeinsame Zukunft: Das sind die Grundlagen der Beziehung“, betont Christel Buseck, eine der Mitorganisatorinnen in dem Film. „Die Austauschgruppe umfasst immer um 15 Schüler. Gern wird da kritisiert, dass dies doch zu wenige seien. Dem kann ich nur entgegen, dass diese als Multiplikatoren arbeiten, sodass mehr gegenseitiges Verständnis entsteht“, erläutert Popovicc im Film.Auf zukünftige Aktionen angesprochen erläuterte er, dass es nicht darum gehe, ob der Austausch weitergeführt wird, sondern vielmehr wie es aktuell weitergehen könnte. Denn auch für 2022 bestehen kaum Aussichten darauf, dass man sich persönlich treffen könne. Um dennoch den Kontakt zu halten, plane man einen digitalen Austausch. „Doch das kann nur eine Übergangslösung sein. Auf Dauer ist der direkte Austausch unglaublich wichtig. Nur so kann das Verständnis für beide Kulturen gefördert werden“. Interessierte, die den Film gern sehen möchten, können sich direkt mit der Ricarda-Huch-Schule in Verbindung setzen.

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