Traumwelten im HKM

Einmal im Jahr wird eine hessische Schule eingeladen, die Räumlichkeiten des Hessischen Kultusministeriums in der Kirchgasse 2 in Wiesbaden mit ihrer Schulkunst zu bereichern. Für das Jahr 2018 ist dies die Ricarda-Huch-Schule, in Wiesbaden vertreten durch den Fachbereich Kunst, Schülern und Schülerinnen aller Jahrgänge  und die Lehrerinnen und Lehrer  Frau Rustler, Daniel Usbeck, Frau Hardt, Frau Haschemi, Frau Kötter, Frau Quindt, Frau Schreiber und die Referendarin Frau Scheldt.

Abb 1 Ricarda-Huch-Schule vor dem Hessischen Kultusministerium2

Abb. 1 “Die Ricarda-Huch-Schule vor dem Hessischen Kultusministerium

Die Ausstellung, die am 7.Mai 2018 eröffnet wurde und bis zum 13.4.2019 dauern wird, behandelt das Thema “Traumwelten“. Träume waren schon immer ein anregendes Metier für die Kunst. Bewusstes und Unterbewusstes, Fantasien, Hoffnungen, kühne Zukunftsvorstellungen und Erinnerungen, Albträume, Wünsche und Ängste erhalten in Träumen eine Gestalt. Die Kunstlehrerinnen und Kunstlehrer der Ricarda-Huch-Schule erfassten mit ihren Schülern das Thema auf vielfältige Weise. Sie führten die Heranwachsenden an Künstler wie Marc Chagall, Max Ernst, Martin Feijoó und Dichter wie William Shakespeare heran, die sich ebenfalls in Ihren Werken mit Träumen befasst haben. Die Schülerinnen und Schüler antworteten mit eigenen Bildern, in denen sie ihre Träume verarbeiteten. Die Beispiele sind vielfältig:

Zehn- und elfjährige Kinder malten in Anlehnung an den Maler Marc Chagall Märchenwelten. In starken Farben erstrahlten selbsterfundene Bildfantasien über die alten Mären der Brüder Grimm.

Abb 2 Die Pyramide der Bremer Stadtmusikanten

Abbildung 2: „Die Pyramide der Bremer Stadtmusikanten“

Die Mitglieder der Theaterklasse stellten Märchenfiguren und traumhafte Elfenwesen auf der Bühne und entwickelten davon Fotografien.

Abb 3 Die Traumwelten Ausstellung der Ricarda-Huch-Schule

Abbildung 3: „Die Traumwelten Ausstellung der Ricarda-Huch-Schule“

Fantasielandschaften und Dschungelbilder wurden von Sechst- und Zwölftklässlern in der Druck- und Decolcomanietechnik im Sinne der Künstlers Max Ernst und Henri Rousseau erzeugt.

Abb 4 Im Dschungel

Abbildung4 „Im Dschungel“

Zwölfjährige Schülerinnen und Schüler collagierten, übermalten und zeichneten Traumlandschaften mit ergänzenden Bildmaterialien und Ausschnitten aus Illustrierten. Es entstanden Landschaften mit Feuervögeln, Drachen und fliegenden Pferden.

Abb 5 Das fliegende Pferd

Abbildung 5 „Das fliegende Pferd“

Ähnlich wie Chagall seine Biografie in dem Ölbild „Ich und das Dorf“ dargestellt hat, stellen in der Ausstellung Zwölfjährige ihre kurze eigene Geschichte in Acrylmalereien dar. Es war ihnen möglich zu meditieren: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen in einem Bild, das oft die Sehnsucht nach der heilen Welt ausdrückt.

Abb 6 Ich und meine Geschichte

Abbildung 6 „Ich und meine Geschichte“

Dreizehnjährige, Vierzehn und Achtzehnjährige entwarfen Traumhäuser aber auch albtraumhafte Stadtlandschaften und zeigen nun Architektur aus ungewöhnlichen Perspektiven.

Abb 7 Meine Straße

Abbildung:7 „Meine Straße“

Fünfzehn- und sechzehnjährige Schülerinnen und Schüler schufen experimentelle Plastiken in Anlehnung an die Kunst der russischen Expressionisten und Konstruktivisten. Es entstanden Traumschiffe aus Papier und Ästen, die ihre farbigen Segel in den Raum spannen.

Abb 8 Traumschiff

Abbildung 8 „Traumschiff“

Bunte leuchtende Farbkleckse, tanzende Planeten, die dem kleinen Mann scheinbar eine Reise ins unendliche Universum ermöglichen, entstanden in dem fächerverbindenden Projekt „Kunst trifft Biologie“. Auf der Suche nach Struktur und Farbe nahmen die Schülerinnen und Schüler Zwiebeln, Birnen, Zitronen, Paprika und Radieschen genauer unter die Lupe, konkret unter das Mikroskop. Diese Bilder dienten in der künstlerischen Auseinandersetzung dem Spiel mit Farbe und Farbauftrag und führen den Betrachter aus der kleinen Welt der Menschen.

„Der Raum der Stille“ Mit der perspektivisch realistischen Darstellung von Raum kontrastieren mysteriöse farbige Flächen, schwarze Löcher, leere Räume…

Abb 9 Raum der Stille

Abbildung 9 „Raum der Stille“

Die Werke zum Arbeitstitel „Der Raum der Stille“ zeigen Ort zum Innehalten, zum Nachhaken, zum Rätseln und für Fragen, auf welche die Kunstwerke selten eine logische Antwort geben.

Im Anschluss an die Betrachtung verschiedener Paradiesdarstellungen aus dem Mittelalter und Renaissance stellten sich Elftklässler die Frage „Wie sieht für mich das Paradies aus?“ Die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler verdeutlichen, dass ein Paradies nicht nur ein friedlicher, abgeschiedener Ort, sondern auch eine zwischenmenschliche Geste oder die Flucht in eine fiktive Fantasiewelt sein kann.

Abb 10 Paradies

Abbildung 10 „Paradies“

Eine Werkreihe mit dem Titel „Zwei Sekunden vor dem Aufwachen“ bietet eine Auseinandersetzung von Oberstufenschülern mit Träumen. Ein Zusammenspiel von Fantasieräumen mit unidentifizierbaren und bizarren Objekten, aber auch realen, greifbaren Objekten ist typisch für den Surrealismus und widersetzt sich häufig einer rein rationalen Interpretation.

Abb 11 Portrait

Abbildung 11 „Portrait“

Im Sinne von Shakespeare, der die Wolkenformation in seinem Gedicht neu deutete, malten Schüler der 11. Jahrgangsstufe fantasieanregende Himmelsbilder:

Abb 12 Wolken, Prachtgebilde des Himmels 1

Abbildung 12 „Wolken, Traumgebilde des Himmels“

„Oft sehn wir eine Wolke drachenhaft /

Oft Dunstgestalten gleich dem Leu, dem Bär /

Der hochgethürmten Burg, dem Felsenhang /

Gezacktem Berg und blauem Vorgebirg /

Mit Bäumen drauf, die nicken auf die Welt /

Mit Lust der Augen täuschend… /

Des dunklen Abends Prachtgebilde.“                    William Shakespeare

 

Abb 13 Spiegel

Abb. 13 „Spiegel“

Die Ricarda-Huch-Schule aus Gießen gab mit ihrer Ausstellung „Traumwelten“ Anlass zum Rätseln, Ab- und Eintauchen in eine schillernde

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